Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #44

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

es gibt Streits, deren Austragung die Beteiligten so erregen, dass keine Einigung mehr möglich scheint. Das ist in den Fragen der Ökonomie nicht anders als bei Partner- und Nachbarschaft im realen Leben. Zu solchen Streits gehört die große Frage, ob nun die Wirtschaft unendlich wachsen kann – oder angesichts planetarer Grenzen dringend schrumpfen müsste. Dogma Growth versus Dogma De-Growth? Unauflösbar. So schien‘s lange. Dabei könnte die moderne Antwort auf den alten Streit ganz anders lauten.

Wie? Darauf gibt es Antwort beim großen Symposium, das wir Ende August in Zusammenarbeit mit The New Institute ausrichten. Und auch darauf, was die moderne Forschung zur ebenso großen Frage sagt, wie sich Wohlstand besser als über das ewige BIP messen lässt – und wie die alternativen Ideen real tauglich zu machen sind. Oder dazu, wie eine Wirtschaft funktionieren könnte, die auf regenerative Ressourcen setzt. Und wie sich für jeden Risiken auffangen lassen, die mit großen Schocks verbunden sind.

Save the date! Am 31. August 2021 ganztags – hybrid in Berlin und via Zoom. Registrierung in Kürze möglich. Bitte frühzeitig melden – vor Ort begrenzte Plätze.

Emotionalstreit zwei: wenn es in Deutschland um Italien und den Euro geht. Klischees inbegriffen. Der Wiener Ökonom Philipp Heimberger hat dazu kürzlich eine Reihe Tweets veröffentlicht: unter dem Titel ‚Campaign Against Nonsense About Italy‘. Tenor: die Deutschen haben in vielem ein ziemlich schräges Bild davon, was Italien wirtschaftlich ausmacht. Wir haben Heimberger zu unserem nächsten New Economy Short Cut eingeladen – und als Gegenpart Daniel Stelter, der sagt, dass die Italiener in Wirklichkeit reicher seien als die Deutschen – und sich daher besser selber helfen sollten. Ziel der Debatte: hart an den Zahlen bleiben – und keine Grabenkämpfe. Vielleicht gibt es am Ende dann doch mehr Einigkeit, als es die Emotionalität des Themas vermuten lässt.

New Economy Short Cut – Italien – Klischees und Wirklichkeit – kommenden Dienstag, 15. Juni, ab 17 Uhr, via Zoom. Anmeldung unbegrenzt hier.

Mit gemäßigt emotionalen Grüßen,
Thomas Fricke

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Konjunktursignale der nächsten Tage

In der nächsten Woche stehen die deutsche Nettoproduktion und der EZB-Zinsentscheid im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-06-04 Wochenvorschau


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Thomas Fricke: Arbeit am Wahlprogramm – Predigt die CDU bald wieder Schweiß, Tränen und Verzicht?

Die Union werkelt an ihrem Wahlprogramm. Folgt auf sozialdemokratisierte Merkel-Politik jetzt die große Rolle rückwärts zum Sound der Schröder-Agenda-Jahre? Achtung, Nostalgiealarm!

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Konjunktursignale der nächsten Tage

In der nächsten Woche stehen die EWU-Verbraucherpreise und der US-Arbeitsmarkt im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-05-28 Wochenvorschau

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Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #43

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

mehr als 40 Panelisten, 12 Podien und weit mehr als 200 Teilnehmer – und eine große Frage: wie es um die Zukunft des deutschen Modells kurz vor der Bundestagswahl steht. Das Ergebnis solcher Beratungen ist naturgemäß schwer mit ein paar Sätzen auf einen Nenner zu bringen. Und doch scheint es einen roten Faden zu geben, der sich durch den Workshop diese Woche zog – dass es für die ganz großen Probleme auch ganz neue Antworten geben muss, jenseits der alten Gräben. Ein neues Paradigma halt, auch wenn das erst in Konturen erkennbar ist und von Historikern erst im Nachhinein einmal als solches identifiziert werden wird.

Dazu zählt alles, was geeignet ist, die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen abzubauen, wie das in der Studie des DIW Berlin ausgelotet wird – mit Antworten jenseits der üblichen Verdächtigungen, etwa dass eine Vermögensteuer per se nicht so viel an der Ungleichverteilung ändern würde. Mehr zum Panel und zum Video – hier. Dazu zählt aber auch die sich immer weiter festsetzende Erkenntnis, dass Unmut und Populismus sich nicht so einfach durchs Reich-Arm-Gefälle erklären lassen – wie Robert Gold in seiner Studie zu Maßnahmen gegen populistische Auswüchse darlegt. Zum Panel.

Dass es um etwas Größeres geht, liegt spätestens dann nahe, wenn sich einer der weltweit frühesten und renommiertesten Kritiker der „Hyperglobalisierung“, Harvard-Ökonom Dani Rodrik, mit dem Siemens-Manager Joe Kaeser im Grunde einig ist, dass Globalisierung und Kapitalismus zu reformieren sind. Der Link zu einem hoch inspirierenden Talk – hier.

Über die Notwendigkeit eines ganz neuen Paradigmas zur Kontrolle gegen Finanzskandale schreiben Gerhard Schick und Martin Hellwig in der Studie, die sie Mittwoch früh mit dem zuständigen Finanzstaatssekretär Jörg Kukies diskutierten. Tenor: die Aufsicht ist in Deutschland unter dem Einflusss alter Marktgläubigkeit viel zu sehr auf Kuscheln mit den Banken angelegt – eine These, die Daniela Gabor für ziemlich plausibel hält. So wird das nichts.

Dass es im Kampf gegen den Klimawandel mit klassischen Mitteln – auch der alten Klimaökonomie – nicht getan ist, warf der Mannheimer Ökonom Tom Krebs in die Runde zur deutschen „Climate challenge“. Wenn große Infrastruktur etwa für den Aufbau einer grünen Wasserstoffversorgung nötig ist, hilft es wenig, nur auf hohe CO2-Preise zu setzen. Nach Krebs’ Schätzungen müsste die Bundesregierung in den kommenden Jahren mindestens 100 Milliarden Euro in Wasserstoff investieren – das ist fast zehn Mal so viel, wie derzeit geplant ist. In der europäischen Autoindustrie steht derweil beim Umbau auf Elektroautos die Schulung oder Umschulung von fast 2 Millionen Leuten bevor, wie die Experten von BCG schätzen. Auch das wird mit konventionellen Mitteln nicht gehen. Zum Klima-Panel – hier.

Und noch ein vermeintlich neuer Konsens: alle Finanzpolitik an schnöden Defizitzielen und engen Schuldenbremsen auszurichten, ist zu wenig – oder ganz falsch. Zumal es für eine langfristige Tragfähigkeit auch eine starke Wirtschaft in einer leistungsfähigen Infrastruktur ohne Klimakatastrophen und bei hohem Einsatz von Beschäftigten geben muss, wie Philippa Sigl-Glöckner in ihrer Studie schreibt. Auch ohne große Reform der Schuldenbremse ließen sich dabei schon 50 Milliarden Euro zusätzlich freimachen, wie Philippa und ihr Team vom Dezernat Zukunft schätzen. Zu Studie und Diskussion – hier. Ob es nicht doch möglich und gut wäre, die Schuldenbremse per se zu reformieren, warf Shahin Vallée von der DGAP mit Verweis auf die vielen Grundgesetzänderungen ein, die auch früher möglich waren. Es sei einfach schwer haltbar, wenn durch solche Regeln wichtige Investitionen in die Zukunft ausbleiben. Zumindest international heute Konsens – und zunehmend überzeugend auch hierzulande.

Dass die Gedanken anderswo in dieser Hinsicht weiter sind als im Land der schwäbischen Hausfrau, lässt der Beitrag von Macron-Wirtschaftsberater Philip Martin vermuten – in einer Präsentation der Studie, die er kürzlich unter anderem mit Jean Pisani-Ferry und Xavier Ragot in Paris veröffentlichte: zur Reform der europäischen Schuldenregeln. Antwort auf dem Panel aus dem deutschen Bundesfinanzministerium: besser nichts reformieren – obwohl, ja, alle sich einig seien, dass die bisherigen Regeln nicht funktionieren. Deutsche Logik. Das kommt davon, wenn man Ökonomie zur Religion erklärt hat. Wäre gut, wenn aus Germany dann bald auch mal ein Vorschlag käme, wie es anders besser ginge. Zum Panel: hier.

Und die Notenbanken? Sollten die nicht auch im Kampf gegen Klimawandel und (sogar) Ungleichheit von Vermögen helfen. Ja, sagen Adam Tooze und Moritz Schularick in ihren Studien für das Forum New Economy – schon weil Geldpolitik nie so neutral war, wie sich die Notenbanker gern gottgleich präsentierten. Naja, antwortet Isabel Schnabel von der EZB in ihrer Keynote zur gesellschaftlichen Verantwortung der EZB – beim Klimakampf ließe sich hier und da helfen. Aber bitte innerhalb des Mandats und nur bei Wahrung der Preisstabilität. Was soll sie auch anderes sagen? Dazu noch ein Highlight zum Abschluss: ein kurzer komprimierter Talk zwischen Isabel und Laurence Tubiana, der Architektin des Pariser Klimaabkommens – zu den Möglichkeiten der EZB, in ihrer Politik auch das Klima einzubeziehen.

Das gesamte Programm in Rückschau mit allen Präsentationen und Re-live-Videos nach Tagen und im Überblick gibt’s hier. Ein Professor der Ökonomie schrieb uns heute morgen übrigens, dass er seit Jahren keine so gute Konferenz mehr verfolgt hat. Ich denke, wir sollten weitermachen. Grand merci an alle im Forum-Team, die das ermöglicht haben!

Ein schönes Wochenende,

Thomas Fricke, , Anne Zweynert de Cadena, Xhulia Likaj, David Kläffling und Sonja Hennen.

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Thomas Fricke: Wichtigere Wahlkampfthemen – Jenseits von Genderstern und Kurzstreckenflug

29. Mai 2021 Kommentare aus

Der Bundestagswahlkampf droht ziemlich niveaulos zu werden, wenn er so weitergeht, wie er angefangen hat. Dabei hat die nächste Regierung über Generationen zu entscheiden. Die USA zeigen, um was es geht.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

24. Mai 2021 Kommentare aus
In der nächsten Woche stehen der deutsche ifo-Index und die US-Konsumausgaben im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-05-21 Wochenvorschau

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Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #42

24. Mai 2021 Kommentare aus

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

es gab Zeiten, da schien die Welt für Währungshüter noch gut – und vor allem einfach. Da mussten sie alle paar Wochen entscheiden, ob angesichts der jeweils jüngsten Entwicklung der Preise nur die Leitzinsen besser um einen Viertelpunkt erhöht werden sollten – oder nicht. Lange her. Heute sind Notenbanker gefragt, wenn wieder einmal Banken kriseln oder Anleger aus Staatsanleihen fliehen. Mehr noch: selbst um die Klimarettung könnten sie sich durchaus mitkümmern, räumt EZB-Chefin Christine Lagarde ein. Brauchen die Währungshüter dann nicht gleich ein neues Mandat? Um die hoch sensible Frage geht es an Tag drei unseres achten New Paradigm Workshops am kommenden Donnerstag, 27. Mai – und die Antworten werden von hoch prominenter Stelle kommen (das gesamte Programm der ersten beiden Tage mit Dani Rodrik, Joe Kaeser, Monika Schnitzer u.a. finden Sie hier)

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Zum Start wird dabei EZB-Direktorin Isabel Schnabel in einer Keynote darlegen, inwieweit Zentralbanken gesellschaftliche Verantwortung (mit)tragen können – ohne dabei ihre Unabhängigkeit zu verlieren. Danach stellt Adam Tooze das Paper vor, in dem er die Frage erörtert, ob die EZB nicht doch am besten ein neues Mandat bräuchte – weil sie nicht umhinkommt, sich auch um die Stabilität der Finanzmärkte, das Auseinanderdriften der Vermögensverhältnisse oder die Rettung des Klimas zu sorgen. Wie die Leitmotive und Paradigmen von Zentralbanken sich wandeln können, beschreibt Moritz Schularick in dem Paper, das er vorstellt. Moderiert wird die Diskussion von Laurence Tubiana, Wirtschaftsprofessorin und CEO der European Climate Foundation.

Start des Panels zur neuen Rolle der Notenbanken – am 27. Mai um 15 Uhr 30 (Einleitung ab 15 Uhr)

Noch etwas direkter ums Klimatische in der Geldpolitik wird es in dem kurzen Austausch gehen, der sich daran anschließt – einem Talk, den wir gemeinsam mit dem Global Solutions Summit machen: zwischen Laurence Tubiana, der Architektin des Pariser Klimaabkommens von 2015 und EZB-Direktorin Isabel Schnabel. Wie weit können Zentralbanken gehen, wenn beim Kampf gegen die Klimakrise helfen wollen? Wie genau geht das? Und was plant die Europäische Zentralbank hier für die nächste Zeit?

Start des Talks „Von Paris nach Frankfurt – wie weit können Zentralbanken gehen?“ – am 27. Mai um 17 Uhr (bis 17 Uhr 15).

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Wichtiger Hinweis: an den ersten beiden Tagen können wir für eine begrenzte Zahl an Interessenten die Möglichkeit bieten, vor Ort am Workshop teilzunehmen. Am dritten Tag werden die Sessions dagegen ausschließlich online übertragen – Anmeldung hier.

Ein schönes Wochenende – und bis nächste Woche.

Thomas Fricke 

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Thomas Fricke: Ende der schwarzen Null – Die neue Lust am Schuldenmachen – nur, wofür?

21. Mai 2021 Kommentare aus

Von Joe Biden bis Christian Lindner – höhere Staatsdefizite scheint kaum jemand mehr schlimm zu finden. Doch das ist längst nicht immer gut.

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Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #41

20. Mai 2021 Kommentare aus

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

es dürfte einer der Renner unter den Wahlkampfdebatten werden: woher soll das Geld kommen, um Corona-Spätschäden, Investitionen in Klima, bessere Schulen wie Bahnen und je nach Parteipräferenz noch ein paar Steuergeschenke zu bezahlen? Was international führende Experten und Expertinnen dazu heute empfehlen, wird den zweiten Tag unseres achten New Paradigm Workshops in der kommenden Woche bestimmen – am Dienstag, 26. Mai von morgens neun bis abends halb acht (zu Teil eins siehe unseren Newsletter von voriger Woche).

Es gab Zeiten, da galt Deutschland als Vorbild, wenn es um Umwelt- und Klimaschutz ging. Heute stellt sich die Frage, ob das Land den großen Umbau hinbekommt, alles bis 2050 – oder 2045 – auf klimaneutral zu stellen. Wie das überhaupt gehen könnte, stellt Patrick Graichen von Agora Energiewende in der Klima-Session vor. Was die Transformation der Autoindustrie für Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland für die kommenden Jahre bedeutet – haben die Experten von Boston Consulting in einer bisher unveröffentlichten Studie geschätzt, deren Ergebnisse auf demselben Panel vorgestellt wird. Ebenso wie Schätzungen von Tom Krebs dazu, wie viel öffentlich in die Umstellung der Industrie auf grünen Wasserstoff investiert werden müsste. Weitere Panelisten zur großen Frage, ob Deutschland den Umbau schafft: die KfW-Chefvolkswirtin Friederike Köhler-Geib und Laurence Tubiana von der European Climate Foundation. Chair: Carlo Jaeger vom Global Climate Forum.

Start des Panels zur Climate Challenge: am 26. Mai um 11 Uhr (TBC).

Und wie soll all das bezahlt werden? Wird am Nachmittag in einem großen Schwerpunkt zur Frage danach geklärt, wie nach der Corona-Krise mit den Schulden umzugehen ist – und wie bisherige Schulden- und Fiskalregeln dazu reformiert werden müssten. Zum Start stellen Mark Blyth von der Brown Universität und Eric Lonergan von M&G Investments ihr Forum-Paper dazu vor, wie sich grundsätzlich Regeln aufstellen ließen, die besser wären als die simplen Zielmarken für Defizite und Schulden, die in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Europa dominierten. Diskutanten: Jakob von Weizsäcker, Chefökonom im Bundesfinanzministerium, Peter Bofinger von der Uni Würzburg und Véronique Riches-Flores aus Paris.

Start des Panels zu einem neuen Rahmen für die Finanzpolitik: am 26. Mai um 14 Uhr.

Was das für die deutsche Schuldenbremse heißt? Beantworten Philippa Sigl-Glöckner und KollegInnen in ihrer vom Forum in Auftrag gegebenen Studie dazu, wie sich selbst ohne Großreform der Schuldenbremse mehr Spielraum schaffen ließe, damit der Finanzminister mehr tun kann, als nur Defizite zu verhindern, also zu mehr Wohlstand im Land beitragen. Ähnliche Ziele verfolgen die Vorschläge, die Michael Hüther vom IW und Jens Südekum von der Uni Düsseldorf auf dem Panel vorstellen. Diskutiert werden diese von Monika Schnitzer aus dem Sachverständigenrat sowie Shahin Vallée von der DGAP.

Start des Panels zur deutschen Schuldenbremse: am 26. Mai um 15 Uhr.

Und für Europas Defizit- und Schuldenregeln? Dazu hat Macron Berater Philippe Martin zusammen mit Xavier Ragot vom Pariser OFCE und anderen vor Kurzem einen Vorschlag gemacht. Der Reformvorschlag gilt als quasi-offizielle französische Position – und wird auf dem dritten Panel des Fiskal-Nachmittags zur Diskussion gestellt. Unter den Diskutanten sind Thomas Westphal aus dem Bundesfinanzministerium, Guntram Wolff vom Think-Tank Bruegel, Margit Schratzenstaller vom österreichischen Fiskalrat sowie Annamaria Simonazzi von der Sapienza-Universität in Rom. Chair: Martin Sandbu von der Financial Times. Zum Start des Panels stellt Sebastian Dullien vom IMK Schätzungen dazu vor, wie sich Wirtschaft und Staatsdefizite entwickeln dürften, wenn die Regierungen etwa in Berlin, Rom und Madrid jetzt mehr oder weniger schnell auf Austerität schalten würden.

Start der Sessions zur Reform der europäischen Fiskalregeln: am 26. Mai um 16 Uhr 45.

Wie sich viel Geld machen lässt – oder verhindern, dass jemand so etwas auf illegalem Wege schafft: darum dreht sich außerdem die erste Session an Tag 2. Darin geht es um die Frage, ob die Finanzaufsicht nach all den Skandalen um Wirecard und anderen nicht ein ganz neues Selbstverständnis bräuchte – ein neues Paradigma jenseits der alten Nähe zu den gelobten Finanzmärkten. Den Vorschlag machen Gerhard Schick und Martin Hellwig. Ob sie das gut finden, sagen danach Jörg Kukies, zuständiger Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, und Ökonomin Daniela Gabor aus Bristol. Die zum Thema passende Moderation kommt von Olaf Storbeck von der FT, die den Wirecard-Skandal maßgeblich anstieß. Start um 9 Uhr.

Ganz neu im Programm: Harold James, der in einer kurzen Lecture darlegen wird, warum es nach Corona zu einer überraschend neuen Hochzeit der Globalisierung kommen könnte. Vormerken für Tag 2, 18 Uhr 30. Welche Erkenntnisse sich aus der Corona-Krise zum Verhalten von Menschen ziehen lassen: dazu gibt zwischendurch die Verhaltensökonomin Nora Szech von der Uni Karlsruhe einen Einblick.

Zum Schluss noch einmal der praktische Hinweis: an den ersten beiden Tagen wird der Workshop erstmals auch wieder mit real präsenten Speakern (wie Joe Kaeser, Jakob von Weizsäcker, Michael Hüther, Gerhard Schick u.a.) sowie Zuschauern gehalten, also hybrid – natürlich unter allen gebotenen Hygieneregeln und mit limitierten Plätzen. Zur Anmeldung digital wie real hier – und dringend bitte angeben, ob Sie per Video oder vor Ort dabei sein wollen.

Bleiben Sie gesund – und offen für Neues.

Thomas Fricke 

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Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #40

17. Mai 2021 Kommentare aus

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

noch dominiert Corona. Nur, was kommt danach? Wohin steuert das Land – und die neue Regierung? (Fast) alle Antworten darauf gibt es in zwei Wochen – beim achten New Paradigm Workshop, diesmal zur „Zukunft des deutschen Modells“ kurz vor der Bundestagswahl, den wir erstmals wieder auch mit realen Teilnehmern machen wollen (zu Geimpften und Getesteten siehe weiter unten). Wer dann was löst, stellen wir in den nächsten drei Newslettern vor – zum Vormerken im Terminkalender. Heute: zu Tag eins, den 25. Mai.

Über die Spaltung im Land wird bis zur Wahl viel gestritten werden, zu den Fakten ist nur nicht ganz so viel bekannt. Daher werden Stefan Bach und Markus Grabka zum Start des Workshops die Ergebnisse des dritten Teils unseres Projekts zur Ungleichheit in Deutschland vorstellen. Aufbauend auf Teil eins – Diagnose und Datenlage – und zwei – zur Identifikation der Haupttreiber von Ungleichheit – geht es jetzt um die große Frage, was genau wie gut gegen ein Auseinanderdriften von Einkommen und Vermögen hilft. Würde eine Vermögensteuer überhaupt den Abstand zwischen Reich und Arm maßgeblich reduzieren? Wenn nicht, was sonst? Die Ergebnisse des Projekts wurden vorab mit diversen Experten besprochen, darunter Andreas Peichl vom Ifo-Institut und Lucas Chancel aus dem Team Piketty. Auf dem Podium jetzt: Branko Milanovic, einer der weltweit führenden Ungleichheits-Experten; dazu Martin Biewen von der Universität Tübingen, Charlotte Bartels vom DIW sowie Clara Martinez Toledano von Imperial College Business School.

Start des Panels zum Megathema Reich und Arm: am 25. Mai um 14:30 Uhr.

Ebenfalls Ergebnis eines längerjährigen Projekts ist das Paper, das Robert Gold vom Kieler Institut für Weltwirtschaft zu den sozio-ökonomischen Ursachen von Populismus gerade geschrieben hat. Auch hier ging es in den ersten Stufen erst darum, Ausmaß und Triebkräfte zu identifizieren. Nun geht es um einen ersten Versuch abzuleiten, welche Politik gegen neue Schüben an Populismus hilft. Dabei gibt es dazu ja seit ein paar Wochen ein ganz reales Experiment: die großen Reformpakete des neuen US-Präsidenten Joe Biden – mit dem offenbaren Ziel, die Amerikaner davon abzuhalten, nächstes Mal wieder einen Populisten wie Donald Trump zu wählen. Wie die Chancen von Bidenomics stehen, kommentiert auf dem Panel Thomas Ferguson vom Institute for New Economic Thinking INET in New York.

Weitere Panelistinnen zum Kampf gegen Populismus am 25. Mai ab 16 Uhr 15: Dalia Marin und Catherine Fieschi.

Wie sich Globalisierung und Kapitalismus reformieren lassen, besprechen zum Abschluss zwei ganz besondere Topexperten – der eine zählt zu den jahrelang mächtigsten Konzernlenkern mit Sinn für Gesellschaftsschieflagen, der andere ist einer der Vordenker der Globalisierungskritik: Siemens-Lenker Joe Kaeser im Talk mit Harvard-Ökonom Dani Rodrik. Auch hier wird es darum gehen, ob Joe Biden derzeit die Vorlage für ein neues Paradigma schafft.

Der Talk Kaeser-Rodrik wird moderiert von OECD-Ökonomin Nicola Brandt – am 25. Mai ab 17 Uhr 30.

Und nun noch zur großen praktischen Frage: wer möchte, kann ganz persönlich in Berlin in der ESMT am Schlossplatz dabei sein – solange es die limitierten Plätze erlauben. Wer schon voll geimpft oder genesen ist, braucht nur einen Beleg dazu mitzubringen; wer das nicht ist, kann einen Test vor Ort machen (oder einen negativen Test-Nachweis mitbringen). Natürlich sorgen wir ansonsten für die Einhaltung aller geltenden Hygieneregeln. Bitte geben Sie bei Anmeldung daher unbedingt an, wenn Sie fest vorhaben, persönlich vor Ort teilzunehmen – ANMELDUNG hier.

Bleiben Sie gesund und offen für Neues,

Thomas Fricke

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Thomas Fricke: Klimaschutz plus – Die Illusion von der marktkonformen Rettung des Planeten

17. Mai 2021 Kommentare aus

(Dies ist eine längere Fassung der Kolumne, die am Freitag beim Spiegel erschienen ist.)

Es gilt als die Königslösung: wenn nur die Preise auf CO2 am Markt frei wirken könnten, wäre das Klima gerettet. Dabei könnte das Diktum alles, nur nicht das tun.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

17. Mai 2021 Kommentare aus

In der nächsten Woche stehen die chinesische Industrieproduktion und die EWU-Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-05-14 Wochenvorschau


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Konjunktursignale der nächsten Tage

9. Mai 2021 Kommentare aus

Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-05-07 Wochenvorschau

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Thomas Fricke: Ungleichheit im Land – Deutschlands unterschätzte Spaltung

9. Mai 2021 Kommentare aus

Driftet Deutschland wirtschaftlich auseinander – oder wird der soziale Graben schmaler? Für beides scheint es Belege zu geben. Dabei droht sich das Gefälle in der nächsten Krise dramatisch zu verschärfen.

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