Hans-Peter Martin: Game Over – Wohlstand für wenige, Demokratie für niemand, Nationalismus für alle – und dann?

Das Buch liest sich wie ein Krimi. Leider wird hier aber keine Fiktion verhandelt. Stattdessen ist Game Over eine umfassende Analyse der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Weltlage. Die umfangreiche Darstellung der Fakten verrät den Kenntnisreichtum des Autors, die Zusammenhänge sind sehr erhellend erläutert. Auch

die Schlussfolgerungen lassen an Klarheit nichts zu wünschen übrig: Hans-Peter Martin prognostiziert einen Systemcrash und warnt vor Krieg. Dem Schreibstil merkt man den routinierten Spiegel-Redakteur an. Punktuell blitzt Empörung auf – darüber, dass sich so wenige empören, etwa angesichts der Milliarden Euro, die die Superreichen der Gesellschaft durch Steuervermeidung vorenthalten. Zutiefst pessimistische Einschätzungen im Sinne des Titels wechseln mit Appellen und Aufrufen zum Handeln – insofern ist die labile Weltlage auch auf der Textebene zu spüren. Während sich auf rund 300 Seiten ein Panoptikum des Schreckens entfaltet, fragt sich der Leser, welche Lösung es für die Probleme geben kann. Am Ende bietet der Autor eine an: Teilen, teilen, teilen. Und zwar politisch, ökonomisch, sozial und digital. Die Lösung, so sehr man sie auch als frommen Wunsch einstufen mag, überzeugt. Ein für alle politisch interessierten Menschen empfehlenswertes Buch. go to abstract

Über den Autor:
Hans-Peter Martin arbeitete viele Jahre als Auslandskorrespondent des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel„. Darüber hinaus gehörte er 15 Jahre lang dem Europäischen Parlament als unabhängiges Mitglied an. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er als Mitautor des Buches „Die Globalisierungsfalle“ bekannt.

Konjunktursignale der nächsten Tage

Zahlreiche Stimmungsindikatoren werden in dieser Woche in Euroland veröffentlicht, darunter die Einkaufsmanagerindizes (Donnerstag) und das ifo Geschäftsklima (Freitag). Zudem lohnt der Blick auf die Fed-Minutes (Mittwoch). Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-02-15 Wochenvorschau Weiterlesen …

Wirtschaftsdienst exklusiv – Evidenzbasierte Politik für Deutschland

In der Februar-Ausgabe des Wirtschaftsdienst gehen Claudia Buch, Katja Patzwaldt, Regina Riphahn und Edgar Vogel folgender Frage nach: Wie können die Rahmenbedingungen für evidenzbasierte Politik in Deutschland verbessert werden? Gerade in populistischen Zeiten halten sie regelgebundene Evaluierungen von Politikmaßnahmen für besonders wichtig, um die Qualität der Entscheidungen zu prüfen und zu besserer Politik zu gelangen. Das Autorenteam beschreibt, welche Elemente ein strukturierter Politikzyklus enthalten sollte und wie die Situation in Deutschland verbessert werden kann. Weiterlesen …

David Milleker: Geht der Konflikt zwischen China und den USA in die nächste Runde?

5. Februar 2019 Kommentare aus

Seit dem Jahr 2017 gibt es ein beständiges Hin- und Her der Nachrichtenlage im chino-amerikanischen Konflikt. Das Pendel schwingt stetig zwischen Ent- und Verspannung.. Reden beide Seiten miteinander, hoffen Polit- und Wirtschaftskommentatoren, dass es bald eine Einigung geben könnte. Wenig später folgt die scheinbar unvermeidliche kalte Dusche durch die nächste Twitter-Äußerung von US-Präsident Donald Trump.

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Thomas Fricke: Renten und Mindestlöhne – Endlich Sozialstart

1. Februar 2019 Kommentare aus

Mehr als nur Sozialklimbim: Wer die neuen Pläne der Sozialdemokraten nur als Wohltaten und ökonomisch falsch abtut, hat die Krise, in der wir leben, nicht verstanden.

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Adan Tooze: Crashed – Wie zehn Jahre Finanzkrise die Welt verändert haben

29. Januar 2019 Kommentare aus

Pünktlich zum zehnten Jahrestag der Finanzkrise von 2008 legt der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze mit Crashed eine umfassende Studie zu den Ursachen, dem Verlauf und den Nachwirkungen der größten Wirtschaftskrise der Geschichte vor. Um ihre komplexe Entwicklung zu erklären, geht er bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück und bezieht alle weltpolitischen Akteure in seine Analyse ein. Das Ergebnis ist ein Buch, das die enge Verbindung zwischen Politik und Wirtschaft sowie die großen wechselseitigen Abhängigkeiten in einer multipolaren Weltordnung vor Augen führt und bereits jetzt als Standardwerk gehandelt wird. Eine sachkundige Analyse, die viele Grundfragen unserer politischen und ökonomischen Gegenwart verständlicher macht. Die griechische Krise, der Krieg in der Ukraine, der Brexit und die Wahl Trumps erscheinen allesamt als direkte Nachwirkungen der Finanzkrise. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die sich für die jüngere Weltgeschichte und die politische Ausgangslage unserer Gegenwart interessieren. go to abstract

Über den Autor:
Adam Tooze ist Professor für Zeitgeschichte und Direktor des European Institute an der Columbia Universität in New York. Er lehrte viele Jahre in Cambridge und Yale und seine Arbeiten wurden vielfach preisgekrönt.

Konjunktursignale der nächsten Tage

27. Januar 2019 Kommentare aus

Diese Woche stehen der US-Arbeitsmarktbericht und die Fed im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-01-25 wochenvorschau Weiterlesen …