Konjunktursignale der nächsten Tage

Diese Woche stehen der Euroland-Sentix und die deutsche Nettoproduktion im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-07-03 Wochenvorschau

Montag: Die Stimmungsindikatoren steigen wieder. Das trifft in besonderem Maße für die Umfragen bei Finanzmarktanalysten zu, die naturgemäß auch immer die positiven Marktentwicklungen mit im Blick haben. Und es zeigt sich – unabhängig von den Befragten –, dass bislang vor allem die Erwartungen zulegten, während die Lageeinschätzung sich bislang nur leicht verbesserte. Der Juni könnte letzteres ändern. Wir erwarten einen spürbaren Anstieg der Lagebeurteilung der Finanzmarktanalysten und – angesichts der schon hohen Werte – nur noch eine leichte Zunahme der Erwartungen. Das Sentix-Konjunktur­klima legt damit im Juli seinen dritten Anstieg in Folge hin und schwenkt auf einen Aufwärtstrend ein.

Dienstag: Der April dürfte den Tiefpunkt der Corona-Rezession markiert haben. Nun stellt sich die Frage, wie schnell sich die Konjunktur erholen kann. Dabei könnte sich ein Muster wie in den USA herausbilden. Während sich der Einzelhandel zügig erholt, hinkt die Industrie hinterher. Das liegt unter anderem an den anhaltenden Corona-Belastungen in weiten Teilen der Welt, aber auch an der Komplexität der Liefer- und Produktionsprozesse. Einen Hinweis hierauf geben die Umsatzsteueranmeldungen der gewerblichen Wirtschaft, die im Mai nur sehr leicht zulegen konnten. Für die Produktion im produzierenden Gewerbe erwarten wir eine Belebung, die aber angesichts der Tiefe des Falls in den Vormonaten bescheiden ausfallen könnte.

Donnerstag: Die Inflationsentwicklung in China wurde in den vergangenen zwölf Monaten von der Schweinegrippe dominiert, die zu stark steigenden Fleischpreisen geführt hatte. Mittlerweile ist die Jahresveränderungsrate für Schweinepreise von 135,2 % im Februar auf 81,7 % im Mai gesunken. Die Nahrungsmittelpreise dürften auch im Juni der wichtigste Treiber für die Inflationsrate gewesen sein. Wir erwarten, dass die Inflationsrate von 2,4 % auf 2,8 % gestiegen ist, da schwere Überschwemmungen im Süden Chinas zu einem Anstieg der Gemüsepreise geführt haben und auch die Schweinepreise wieder gestiegen sind. Rechnet man die Nahrungsmittel heraus, lag die Inflationsrate im Mai bei 0,4 %, was ein Hinweis darauf ist, dass die Konsumnachfrage insgesamt eher verhalten ist.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

Neben den Inflationsdaten aus der Eurozone (Dienstag) stehen die chinesischen Einkaufsmanagerindizes (Mittwoch) und der US-Arbeitsmarktbericht (Freitag) im Fokus. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-06-26 Wochenvorschau

Dienstag: Die Inflation im Euroraum dürfte im Juni wieder auf 0,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat zugenommen haben. Ausschlaggebend hierfür sind höhere Preise von Benzin und Diesel sowie die im Jahresvergleich immer noch kräftige Teuerung bei Lebensmitteln. Gleichzeitig rechnen wir mit einer etwas niedrigeren Kerninflation von 0,8 %. Beispielsweise könnten saisonbedingte Preissenkungen bei Bekleidung angesichts voller Lager etwas stärker ausgefallen sein als üblich. Zudem ließen sich im Mai 34 % der Preise von Dienstleistungen immer noch nicht beobachten und mussten durch Schätzungen ersetzt werden. Mit der sukzessiven Wiedereröffnung der Wirtschaft sollte der Anteil geschätzter Preise weiter zurückgehen, wodurch die Verlangsamung des Preisauftriebs deutlicher sichtbar werden könnte.

Dienstag: Die Erholung der chinesischen Wirtschaft setzt sich fort. Die neuen Corona-Fälle in der Hauptstadt Peking und die darauffolgende Beschränkung der Bewegungsfreiheit in Teilen der Stadt dürften sich nicht nennenswert in den landesweiten Zahlen niederschlagen. Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den Industrieländern machen Hoffnung, dass die Schwäche des Exportsektors, die sich bislang vor allem in den Exportaufträgen gezeigt hat, schneller überwunden werden kann als befürchtet. Im Juni dürfte sich das verarbeitende Gewerbe weiter erholt haben, doch die schwache Auftragslage im Exportsektor dürfte dazu geführt haben, dass der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe weiterhin nur knapp über der 50-Punkte-Marke (DekaBank-Prognose: 50,5 Punkte) gelegen hat.

Donnerstag: Der US-Arbeitsmarktbericht für Juni dürfte den stärksten monatlichen Beschäftigungsaufbau aller Zeiten beinhalten. Bereits im Mai fanden über 2 Millionen wieder einen Job. Im Juni dürfte es aufgrund der weitergegangenen Lockerungsmaßnahmen einen noch wesentlich stärkeren Beschäftigungsaufbau gegeben haben. Gleichwohl, der Beschäftigungshöchststand im Februar dieses Jahres wäre dann immer noch gut 14 Millionen entfernt. Auch für die Arbeitslosenquote rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang von 13,3 % auf 10,5 %. Auch hier gilt, dass die Anfangserfolge groß sind, aber der Weg zurück zum Ausgangsniveau sehr weit ist. So lag die Arbeitslosenquote zu Beginn des Jahres noch bei 3,5 % – einem Niveau das möglicherweise über Jahre nicht mehr reicht werden wird.

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Thomas Fricke: Corona-Rezession – Trügerische Boomsignale

26. Juni 2020 Kommentare aus

Erst gab es für Deutschlands Wirtschaft in der Coronakrise immer neue historische Absturzrekorde. Jetzt vermelden Auguren plötzlich Rekordanstiege. Wird alles gut? Vorsicht, Täuschung.

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Robert J. Shiller: Narrative Wirtschaft: Wie Geschichten die Wirtschaft beeinflussen – ein revolutionärer Erklärungsansatz

24. Juni 2020 Kommentare aus

Echte Revolutionen sind in der Wissenschaft selten. Auch erweist sich das Potenzial einer scheinbar bahnbrechenden Idee meist erst im Nachhinein. In den Wirtschaftswissenschaften war es zuletzt der Ansatz der Verhaltensökonomie, der versuchte, ganz neue Grundannahmen zu treffen. Robert Shillers Buch Narrative Wirtschaft zielt auf einen ähnlichen Paradigmenwechsel. Der Gedanke, gesellschaftlich-historische Erzählungen für die Vorhersage wirtschaftlicher Entwicklungen zu nutzen, ist durchaus plausibel, bedarf aber sicher noch einiger Vorarbeit, um fruchtbar zu werden. Jedenfalls ein höchst interessanter Ansatz. getabstract

Über den Autor:
Robert J. Shiller ist Wirtschaftswissenschaftler und lehrt an der Yale University. 2013 wurde er mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Er ist Autor verschiedener Bestseller, darunter Irrationaler Überschwang und Animal Spirits.

Konjunktursignale der nächsten Tage

21. Juni 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen die Euroland-Einkaufsmanagerindizes und der deutsche ifo-index im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-06-19 Wochenvorschau

Dienstag: Die europäische Wirtschaft durchlebt die schwerste Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Bereits im ersten Quartal gab es in Euroland eine Rekordschrumpfung des Bruttoinlandsprodukts um 3,6 % im Vergleich zum Vorquartal. Die Einkaufsmanagerindizes für den Juni deuten Licht am Ende des Tunnels an. Dies gilt sowohl für den Teilindex der Industrie als auch für den Teilindex der Dienstleister. Die Einkaufsmanagerindizes nähren allerdings nur die Hoffnung auf die Rückkehr zu Wachstum in der zweiten Jahreshälfte. Im laufenden zweiten Quartal zeichnet sich eine noch weitaus stärkere Schrumpfung der Wirtschaftsleistung ab als in den ersten drei Monaten des Jahres.

Mittwoch: Der Tiefpunkt der Corona-Rezession dürfte im April erreicht worden sein. Schon der Mai brachte eine leichte Belebung der Konjunktur, die sich aber nicht in der Lagebeurteilung der ifo-Umfrage bemerkbar machte. Der damalige Anstieg des Geschäftsklimas lag einzig und allein an den besseren Geschäftserwartungen. Für die Juni-Umfrage erwarten wir eine erste Verbesserung der Lagebeurteilung. Die Geschäftserwartungen sollten dagegen – wie schon im Vormonat – kräftiger zulegen können. Sinkende Infektionszahlen und die massive Unterstützung durch die Geld- und Fiskalpolitik lassen die Unternehmen auf bessere Zeiten hoffen. Angesichts der schwachen Verfassung der Gegenwart ist das allerdings auch keine allzu verwegene Hoffnung. Das ifo Geschäftsklima wird sich daher im Juni zum zweiten Mal in Folge verbessern.

Freitag: Die Ausgaben und Einnahmen der privaten US-Haushalte werden auch im Mai ungewöhnlich hohe Veränderungsraten aufweisen: Überraschend stark waren die Einzelhandelsumsätze im Mai gegenüber dem Vormonat angestiegen und dies dürften nun auch die Konsumausgaben insgesamt bestätigen: Der Konsum ist sehr stark in den neuen Aufschwung gestartet. Der Arbeitsmarktbericht hat zudem angedeutet, dass auch bei den Löhnen und Gehältern ein kräftiger Zuwachs vorliegen dürfte. Gleichwohl profitierten die privaten Haushalte im April von dem Konjunkturprogramm CARES. Die darin enthaltenen Einmalzahlungen wurden extrem rasch verteilt, sodass nun im Mai der negative Rückpralleffekt erfolgt. Weniger spektakulär wird sich der Deflator entwickeln.

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Thomas Fricke: Wirtschaftslehre – Als der Mainstream von rechts kam

20. Juni 2020 Kommentare aus

Driftet Deutschland wirtschaftspolitisch gerade nach links? Quatsch. Es endet nur womöglich die Zeit, in der Topökonomen mit politisch konservativer bis rechter Schlagseite dominierten.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

14. Juni 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen die Einzelhandelsumsätze aus China und den USA im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-06-12 Wochenvorschau

Montag: Das Konjunkturbild in China ist zweigeteilt: Die Industrieproduktion hat sich bereits im März stark erholt und lag bereits im April wieder über dem Vorjahresniveau. In den kommenden Monaten dürfte die globale Rezession auf die Exportnachfrage drücken und die Industrieproduktion belasten. Für den Mai erwarten wir aber einen Zuwachs von 4,8 %, da sich hier die Exporte noch robust gezeigt haben. Die Einzelhandelsumsätze sanken nach Ausbruch der Corona-Krise weniger stark, doch sie erholten sich bislang nicht durchgreifend, was vor allem auf die noch immer vorhandene Vorsicht der Konsumenten zurückzuführen ist. Wir erwarten, dass die Einzelhandelsumsätze im Mai noch 4,0 % unter dem Vorjahresniveau gelegen haben.

Dienstag: Der überraschend starke US-Arbeitsmarktbericht hat vermutlich den Kurs der US-Wirtschaft im Mai bereits vorgezeichnet: Der Beginn der Erholung ist durchaus kräftig. Die Einzelhandelsumsätze dürften aufgrund der geringen Restriktionen relativ kräftig angestiegen sein. Die Autoverkäufe haben dies ebenfalls angedeutet. Auch in der Industrie dürfte es einen starken Anstieg gegeben haben. Dies deutete die Entwicklung der Wochenarbeitszeit im Mai an. Der Produktionszuwachs ist geringer als im Einzelhandel, allerdings war hier auch der Einbruch weniger ausgeprägt. In beiden Fällen dürfte ca. ein Drittel des vorherigen Rückgangs wieder aufgeholt worden sein. Es ist allerdings relativ unwahrscheinlich, dass der Aufholprozess in dieser Geschwindigkeit weitergehen wird.

Freitag: Beim kommenden EU-Videogipfel am 19. Juni werden die Staats- und Regierungschefs vor allem über den von der Europäischen Kommission vorgelegten Wiederaufbaufonds beraten. Er sieht ein Volumen von 750 Mrd. Euro vor, 500 Mrd. Euro hiervon sollen Zuschüsse sein, die nicht wieder zurückgezahlt werden müssen, 250 Mrd. Euro Kredite. Entscheidend ist die Bereitschaft von Deutschland, sich mit umfangreichen Transfers am Wiederaufbau von Euroland zu beteiligen. Mit einer schnellen Einigung, was das Volumen und die Verteilung der Mittel anbelangt, wird allerdings nicht gerechnet. Widerstand kommt vor allem aus den Niederlanden, Schweden und Österreich. Dies sollte aber im Laufe der nächsten Monate unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gelöst werden.

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Thomas Fricke: Pandemie und Populismus – Der Schock von rechts könnte noch kommen

13. Juni 2020 Kommentare aus

Populisten wie Donald Trump, Boris Johnson und die AfD schwächeln während der Coronakrise in der Wählergunst. Aber die Erfahrungen mit der Spanischen Grippe lassen befürchten, dass die Entwarnung trügerisch ist.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

7. Juni 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen die deutsche Nettoproduktion und der Fed-Zinsentscheid im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier:  2020-06-05 Wochenvorschau

Montag: Die Konjunkturwelt bebt. Mit dem zweiten Rekordrückgang in Folge brachen die Auftragseingänge der deutschen Industrie als Folge des globalen Lockdowns in sich zusammen. So wenig Neuaufträge verbuchte die deutsche Industrie seit 1999 nicht mehr. Zu wenige Aufträge, zu wenige Vorleistungen, zu wenige Arbeitskräfte. Corona führt zu einer Vollbremsung der deutschen Industrieproduktion, die sich am stärksten in der Automobilproduktion zeigen wird. Da die Bauwirtschaft vergleichsweise unbeschadet geblieben ist – bei hoher Auslastung gingen die Aufträge etwas zurück – geht die Produktion im produzierenden Gewerbe im April „nur“ um rund 19 % im Vergleich zum Vormonat zurück.

Montag: Das deutsche Konjunkturpaket ist geschnürt und die europäische Geldpolitik willens, weitere Mittel bereitzustellen. Unter dem Eindruck dieser Nachrichten werden mehr Finanzmarktanalysten am Wochenende in der Sentix-Umfrage ihr Kreuz in der Rubrik gut/besser machen. Durchaus vorhandene Risiken wie die Unruhen in den USA, der wiederaufkeimende Konflikt zwischen China und den USA oder die immer bedrohlicheren Brexit-Verhandlungen werden aktuell ausgeblendet. Die Märkte haben das in den letzten Tagen und Wochen eindrucksvoll gezeigt. Wir erwarten daher eine Verbesserung der Sentix-Lageeinschätzung und der Konjunkturerwartungen für die Eurozone im Juni.

Mittwoch: Die Fed hat seit Anfang März ihre Bilanz um gut 3000 Mrd. US-Dollar ausgeweitet. Die damit verbundenen Maßnahmen (bspw. der Kauf von US-Staatsanleihen) waren notwendig, um die Funktionsweise der Kapitalmärkte zu gewährleisten, und es zeigt sich, dass sie damit überaus erfolgreich war. Bislang sind diese Maßnahmen unbefristet, und es gibt auch keine bekannten festen monatlichen Summen. Wir gehen davon aus, dass die Fed beim Zinsentscheid über diesen Punkt weiterhin keine Aussagen machen wird. Seit Dezember vergangenen Jahres gibt es keine neuen makroökonomischen Projektionen der FOMC-Mitglieder. Sofern diese aktualisiert veröffentlicht werden, werden sie unveränderte Leitzinsen mindestens bis Ende 2021 enthalten. Wir erwarten derzeit erst Mitte 2023 die erste Leitzinsanhebung.

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Thomas Fricke: Konjunkturpaket der Bundesregierung – Bis zum nächsten Wumms

6. Juni 2020 Kommentare aus

So viel Konjunkturpaket wie jetzt war selten. Trotzdem muss die Regierung womöglich bald schon nachlegen – denn die 130 Milliarden Euro könnten gegen die Rezession nicht reichen.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

1. Juni 2020 Kommentare aus

In der kommenden Woche sollte man am Montag auf die Einkaufsmanagerindizes aus China, am Donnerstag auf die Ratssitzung der EZB und am Freitag auf den US-Arbeitsmarktbericht achten. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-05-29 Wochenvorschau

Sonntag: Das verarbeitende Gewerbe in China hat sich nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen bereits im März schnell erholt und produzierte im April mehr als im Vorjahresmonat. Die Aufholeffekte wegen der im Januar und Februar ausgefallenen Produktion dürften damit bereits weitgehend ausgelaufen sein. Die positiven Effekte des Infrastrukturprogramms, das bereits angelaufen ist, dürften geholfen haben, den offiziellen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Mai über der Marke von 50 Punkten (DekaBank-Prognose: 50,5 Punkte) zu halten. Doch der Einbruch der Exportaufträge spricht dafür, dass die Dynamik in den kommenden Monaten gedämpft bleibt.

Donnerstag: Verschiedene Notenbanker haben signalisiert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei dieser Ratssitzung den Umfang des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) anheben wird. Zwar steht der größte Teil der ursprünglich für Wertpapierkäufe vorgesehenen 750 Mrd. Euro noch zur Verfügung. Mit diesem Rahmen würde die EZB das zuletzt hohe Tempo ihrer Käufe jedoch nicht bis zum Jahresende fortsetzen können. Um keine Zweifel an ihrer Handlungsfähigkeit und Entschlossenheit aufkommen zu lassen, dürfte sie daher schon jetzt das Programm um 500 Mrd. Euro aufstocken und bis März nächsten Jahres verlängern. Auf der Pressekonferenz dürfte intensiv diskutiert werden, inwieweit sich dabei der Kauf von Staatsanleihen am Eigenkapitalschlüssel der EZB orientieren soll.

Freitag: Nach dem historisch schlechten US-Arbeitsmarkt-bericht vom April dürfte auch im Mai ein weiterer schlimmer folgen. Verglichen mit dem Rekord-Wert im April dürfte der Beschäftigungsabbau im Mai zwar deutlich schwächer gewesen sein, mit etwa 6 Mio. weniger Beschäftigten wäre er aber immer noch ein Hingucker im historischen Vergleich. Für die Arbeitslosenquote rechnen wir mit einem weiteren Anstieg auf 19 %. Die wöchentlichen Arbeitsmarktindikatoren deuten allerdings an, dass hier der Tiefpunkt im Mai bereits erreicht wurde. In den kommenden Monaten, mit der Abnahme der Corona-bedingten Restriktionen, dürften sich die Arbeitsmarktdaten somit wieder verbessern.

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Thomas Fricke: Corona-Konjunkturpaket – Damit die vielen Milliarden nicht verpuffen

29. Mai 2020 Kommentare aus

Immer neue Multimilliarden gegen die Krise? Wer davor Angst hat, sollte darauf achten, dass damit nur das finanziert wird, was wirklich gegen Rezession und Dauerstagnation hilft. Ein Leitfaden.

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Thomas Piketty: Capital and Ideology

27. Mai 2020 Kommentare aus

In this thought-provoking sequel to his bestselling Capital in the Twenty-First Century, economist Thomas Piketty expands his focus on inequality to the prodigious “political-ideological repertoire” that constitutes the economic narratives of major nations. This description helps explain the book’s length of more than 1,000 pages, but even the more ponderous sections of Piketty’s tome reward the reader with refreshing and singular slants on history and ideology. Echoing the truism that change is the only inevitability, Piketty calls for more circumspection and greater discussion of the wider causes and remedies of inequality. getabstract

About the Author
Thomas Piketty, a professor at the Paris School of Economics, is the author of the bestselling Capital in the Twenty-First Century.

Konjunktursignale der nächsten Tage

25. Mai 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen der deutsche Ifo-Index und die Euroland-Verbraucherpreise im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-05-22 Wochenvorschau

Montag: Zwischen den Einschätzungen der Finanzmarktana-lysten (ZEW-Umfrage) und den deutschen Unternehmen (Einkaufsmanagerindizes) scheint eine Welt zu liegen: Während das ZEW-Klima dank euphorischer Erwartungen spürbar angestiegen ist, konnten sich die Einkaufsmanagerindizes – vor allem in der Industrie – nur leicht verbessern. Anscheinend läuft die tatsächliche Erholung weitaus zäher als es an den Finanzmärkten wahrgenommen wird. Der neuerliche Produktionsstopp bei bestimmten Fertigungslinien von VW zeigt dies exemplarisch. Vor diesem Hintergrund erwarten wir nur eine leichte Verbesserung des ifo Geschäftsklimas im Mai, die zudem vor allem von den Zukunftserwartungen getrieben ist.

Freitag: Die Inflationsrate im Euroraum dürfte im Mai auf Null gefallen sein. Die Preise von Benzin, Diesel und Heizöl sind im Monatsvergleich weiter gesunken, und der zu dieser Jahreszeit untypische Preisanstieg bei frischen Lebensmitteln dürfte etwas an Kraft verloren haben. Aufgrund der Corona-bedingt eingeschränkten Verfügbarkeit von Daten mussten im April in der Abgrenzung ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak 42 Prozent der Preise geschätzt werden. Durch die allmähliche Aufhebung des Lockdowns dürfte diese Quote etwas zurückgehen, was das Risiko in sich birgt, dass die Schwäche der Kerninflation nun deutlicher zutage tritt. Wir rechnen mit einem Rückgang ihrer Jahresrate auf 0,8 %.

Freitag: Die Corona-Ansteckungswelle hat die meisten Schwellenländer später erreicht als Europa und die USA. In Indien wurde am 24. März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, als insgesamt erst gut 400 Fälle offiziell registriert waren. Doch trotz dieser frühen und drastischen Reaktion steigen die täglichen Neuansteckungen noch immer und liegen mittlerweile bei über 4000. Die Beschränkungen des Wirtschaftslebens dürften auch in Indien in den Juni hinein verlängert werden. Die stärkste wirtschaftliche Belastung fällt daher ins zweite Quartal, bevor es im dritten Quartal zu einer wirtschaftlichen Erholung kommen dürfte. Schon im ersten Quartal dürfte das Wirtschaftswachstum deutlich gefallen sein. Wir erwarten einen Rückgang auf 1,6 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

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Thomas Fricke: Widerstand gegen Rettungsplan von Merkel und Macron – Die frechen Vier

22. Mai 2020 Kommentare aus

Österreichs Kanzler Kurz poltert mit Niederländern, Dänen und Schweden gegen Hilfen für EU-Partner in der Krise. Das ist erstaunlich mutig: Er und seine Mitstreiter sanieren sich seit Jahren auf Kosten der anderen.

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